Das Triest des James Joyce
Ein Missgeschick hatte ihn 1905 nach Triest geführt – eigentlich hatte er nach Zürich gewollt – nun konnte er nach einigen Wirren eine Stelle als Englischlehrer in der Adriastadt antreten. Doch bald faszinierte ihn die vielsprachige Hafenstadt, die damals noch zu Österreich-Ungarn gehörte. Er sollte zehn Jahre hier bleiben, gemeinsam mit seiner Partnerin Nora Barnacle, den beiden in Triest geborenen Kindern und bald schon auch mit seinem Bruder Stanislaus, der den unsteten Dichter streng überwachte, um ihn vor dem Alkohol zu retten. Trotz zahlreicher Umzüge und ständiger Geldknappheit entstanden in Triest wichtige Werke, so Teile der Sammlung Dubliner, sein einziges Theaterstück Exiles, der Text Giacomo Joyce und Teile des Jahrhundertromans Ulysses. Mit dem Triestiner Schriftsteller Italo Svevo verband ihn eine herzliche Freundschaft.
Die Katastrophe des 1. Weltkrieges trieb den Dichter schließlich aus der Stadt, doch blieb er ihr zeitlebens verbunden und kehrte nach dem Krieg noch einmal für kurze Zeit zurück. Heute gehört er dort zu den großen Gestalten des Triestiner Literaturlebens.
Text: Franz-Josef Krücker
Photographien: Angelika Fischer
13,5 x 21 cm, 64 Seiten
Fadenheftung, „Englische Broschur“
mit Schutzumschlag,
zahlreiche Abbildungen
in getöntem Duoton
978-3-948114-30-5
€ 18.–